Fortschritte im Pflegesektor dank KI

Interview mit KI-Sachverständigen von Nobi: Stijn Verrept und Frederik Calsius

Die künstliche Intelligenz hat sich in den letzten Jahren nahtlos in unser Leben integriert: auch im Gesundheitssektor. Sie beschleunigt den medizinischen Fortschritt, trägt zur Verbesserung der Qualität der Pflege bei und hilft, den Druck auf die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu verringern. Wo steht der Sektor heute im Hinblick auf die KI? Was sind die Chancen und wo sind die Engpässe? Und warum ist es nicht mehr das Radar, sondern sind es die Vision-Sensoren, die für die großen Fortschritte im Bereich der KI-Sturzerkennung sorgen? Nobi befragte die KI-Sachverständigen Stijn Verrept (Gründer und CTO von Nobi) und Frederik Calsius (KI-Spezialist von Nobi).


Frederik Calcius

Stijn Verrept

Stijn Verrept: „Mit KI ist the sky the limit. So vieles ist bereits möglich, und jeden Tag nehmen die Möglichkeiten mehr Gestalt an. Man merkt, dass die Menschen immer intelligenter werden, wenn es um den Einsatz von KI und anderen Algorithmen im Dienste der Patienten oder Verbraucher geht. Denken wir nur an Online-Shops mit ihrem unendlichen Angebot wie Amazon. Ohne geniale Algorithmen sind diese Shops völlig wertlos. Heute jedoch kennen die Anbieter ihre Kunden dank intelligenter Berechnungen in- und auswendig, was die Effizienz, die Einkaufsqualität und die Benutzerfreundlichkeit erheblich verbessert.

​Auch im Gesundheitswesen kann KI etwas bewirken. Der Druck auf die Pflegekräfte ist extrem hoch, und das wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern. Der Sektor muss grundlegend umdenken, wenn wir weiterhin das Recht auf eine hochwertige Pflege gewährleisten wollen. Technologische, KI-gesteuerte Innovationen wie Nobi werden daher eine immer wichtigere Rolle spielen.

Qualitativ hochwertige und effiziente Pflege in einer menschlichen Umgebung

KI ist sachlich und objektiv und wird nicht durch Vorurteile oder andere menschliche Probleme beeinflusst, die die Qualität der Versorgung beeinträchtigen können. Außerdem ermöglicht die KI eine blitzschnelle Diagnose, so dass Ärzte schnell und präventiv eingreifen können.

Stijn Verrept: „Ärzte werden während ihrer gesamten Laufbahn von früheren Erfahrungen beeinflusst. Mit KI können sie durch eine objektive Betrachtung der Symptome unterstützt werden. So wird die KI in den kommenden Jahren beispielsweise bei der medizinischen Bildgebung in der Krebsforschung eine immer wichtigere Rolle spielen. Derzeit geschieht dies noch mit dem bloßen Auge auf großen Bildschirmen, aber ein Mensch ist auch nur ein Mensch. Künstliche Intelligenz kann hier eine große Hilfe sein. Symptome werden in einem immer früheren Stadium erkannt und diagnostiziert, was die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung erhöht. Natürlich bleibt die Überwachung durch einen Arzt entscheidend.“

"Heute würde ich sagen, dass KI im Gesundheitswesen den größten Unterschied machen wird, indem sie den Sektor verwaltungstechnisch unterstützt, noch schnellere und genauere medizinische Analysen liefert und die Sicherheit der Patienten durch eine 24/7-Gesundheitsüberwachung gewährleistet."

Frederik Calsius


Ist KI eine Bedrohung für Ärzte und Pflegekräfte? Frederik Calsius: „Auf keinen Fall! Ich finde es schwierig abzuschätzen, wie sich dies in den kommenden Jahren entwickeln wird, denn dafür geht alles zu schnell. Aber heute würde ich sagen, dass KI im Gesundheitswesen den größten Unterschied machen wird, indem sie den Sektor verwaltungstechnisch unterstützt, noch schnellere und genauere medizinische Analysen liefert und die Sicherheit der Patienten durch eine 24/7-Gesundheitsüberwachung gewährleistet. Der Druck auf das Gesundheitspersonal muss so schnell wie möglich gesenkt werden, wenn wir weiterhin eine Versorgung für alle sicherstellen wollen. KI-gesteuerte Technologien wie Nobi werden in den kommenden Jahren notwendig sein, um dies zu erreichen.“

KI-Fortschritte im Pflegesektor: Notwendigkeit von Daten und Rechtsrahmen  

Stijn Verrept: „Wenn wir die Möglichkeiten der KI für Patienten und Pflegekräfte voll ausschöpfen wollen, brauchen wir Daten. Sehr viele Daten. Mit diesen Daten können wir künstliche Intelligenz trainieren und sie für die Menschen und die Gesellschaft noch sinnvoller machen. Dies erfordert einen praktikablen Rechtsrahmen, der die Nutzer schützt, aber auch genügend Raum für das Training von KI-Anwendungen bietet. Dies ist ein anspruchsvoller, aber entscheidender Balanceakt, den die Politik in den kommenden Jahren bewältigen muss.“

Stijn ist von der Bedeutung eines internationalen Systems überzeugt, das Patientenakten in anonymisierter Form zusammenführt: „So wird KI in der Lage sein, der medizinischen Welt neue Erkenntnisse zu bringen und unter anderem die Gesundheitsvorsorge zu beschleunigen. Die internationale Zusammenführung von Patientenakten muss von den Regierungen vorangetrieben werden. Auf europäischer Ebene ist dies meiner Meinung nach durchaus möglich, aber es wird Zeit brauchen. Auf internationaler Ebene wird es viel länger dauern. Es wird schwierig und mühsam sein, aber nicht unmöglich.“ 

„So wird KI in der Lage sein, der medizinischen Welt neue Erkenntnisse zu bringen und unter anderem die Gesundheitsvorsorge zu beschleunigen."

Stijn Verrept

80 % mehr festgestellte Stürze dank KI

In Erwartung großer, internationaler KI-gestützter Gesundheitssysteme leistet die künstliche Intelligenz bereits heute in kleineren, lokalen Systemen einen großen Beitrag. Denken Sie an Pflegeheime, die ihre täglichen Abläufe durch die Erkenntnisse und die Unterstützung von Nobi verfeinern und verbessern können. Nobi hilft beispielsweise dabei, die Zeitspanne zwischen Sturz und Hilfeleistung auf nur 92 Sekunden zu verkürzen und stellt sicher, dass kein weiterer Sturz unbemerkt bleibt. So hat ein Pilotprojekt in Flandern gezeigt, dass in mit Nobi ausgestatteten Zimmern 80 % mehr Stürze erkannt wurden als in Zimmern, in denen herkömmliche Pflegerufsysteme verwendet wurden.  

Vision-Sensoren von Nobi machen den Unterschied

Der optische Einblick in das Nutzerverhalten ist eines der Hauptunterscheidungsmerkmale von Nobi im Vergleich zu Wettbewerbern, die sich oft blind auf das Radar konzentrieren. Die Fähigkeit, Bilder vor und nach einem Sturz zu interpretieren, ist für die Sturzerkennung und -prävention sehr wichtig. Sie ist nicht nur der Schlüssel zu präzisen Sturzalarmen, sondern hilft auch dem Pflegepersonal, nach einem Sturz schnell die richtige Pflege zu leisten und Stürze in Zukunft zu verhindern. 


Frederik Calsius: „Künstliche Intelligenz denkt nicht für sich selbst. Ihr Output ist schwarz und weiß. Wenn wir in der Lage sein wollen, relevante Schlussfolgerungen zu ziehen, sind interpretierte, nicht-binäre Informationen sehr wichtig. Mit Hilfe von Vision-Sensoren können wir einem Computer beibringen, die Welt so zu sehen, wie wir Menschen es tun. Nehmen wir zum Beispiel einen Hund. Mit unseren Augen erkennen wir, dass es sich um ein Tier handelt. Das Radar erkennt einen Hund als „1“, genauso wie es einen Menschen oder eine Pflanze als „1“ erkennt; es kann nicht zwischen diesen Bildern unterscheiden. Bei Sturzerkennungssystemen führt dies zu einer großen Anzahl falsch erkannter Stürze und zu wenig tiefgreifender Analyse.  

Stijn Verrept ergänzt: „Wir haben uns bei Nobi bewusst für optische Sensoren entschieden, weil sie nicht nur für die Genauigkeit, sondern auch für die präventive (Gesundheits-)Pflege entscheidend sind. Indem wir mit Vision-Sensoren arbeiten, geben wir unseren intelligenten Leuchten Kontext und wir ermöglichen Nuancen. Ein Radar erkennt einen Sturz, kann aber nichts weiter damit anfangen. Der Sturz passiert, der Person wird geholfen und das war's. Mit Vision-Sensoren verwenden wir ein (anonymisiertes) Bild, um zu zeigen, wie ein Sturz passiert ist, und helfen, zukünftige Stürze zu verhindern.“



Die neue Nobita

Jetzt mit Vision-Sensoren

Ausgehend von dem Ziel, Klassenbester zu sein, verbessert Nobi seine Produkte Tag für Tag weiter. Mit Genauigkeit und Zukunftsorientierung als Kompass hat sich Nobi daher entschieden, konsequent auf Radar zu verzichten und nur noch mit Vision-Sensoren zu arbeiten. Dies war bereits bei den Nobi-Lampen der Fall. Heute übertragen wir dies auch auf unsere Nobitas. 

Ab heute sind nur noch Nobitas mit Vision erhältlich. Kunden und Kundinnen, die damals eine Nobita mit Radar gekauft haben, erhalten einen kostenlosen Umtausch. Das Nobi-Supportteam wird sich in Kürze mit ihnen in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. 

Möchten Sie mehr über die neuen Nobitas erfahren oder haben Sie Fragen
zur Umtauschpolitik? Dann nehmen Sie Kontakt zu support@nobi.life.

Nobitas Lampen sind dank künstlicher Intelligenz intelligent und müssen trainiert werden. Daher müssen neu installierte Nobitas eine Lernphase durchlaufen, um Wohnung und Bewohner kennenzulernen. Während dieser Zeit gibt die Lampe zwar Licht, kann aber noch keine Stürze erkennen. Wir benachrichtigen unsere Kunden, sobald die Lampen aus dem Lernmodus herausgenommen werden können und einsatzbereit sind.

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